Rund 440 Millionen Tonnen Rattan werden jährlich weltweit verarbeitet

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Jetzt in der warmen Jahreszeit können Sonne, ein leckeres Eis oder ein kühles Getränk endlich wieder draußen genossen werden, weshalb die Terrassen und Balkone vollgestellt sind mit Gartenmöbeln. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich dabei Möbel aus Rattan. Doch was hat es mit diesem Material auf sich? Lohnt es sich, diese Gartenmöbel anzuschaffen?

Rattan – ein besonderer Werkstoff

Im europäischen Raum wurde Rattan, das aus Palmen hergestellt wird, welche vorwiegend in südasiatischen Ländern gedeihen, im 17. Jahrhundert bekannt. Besonders bei Korbflechtern waren die robusten, biegsamen Naturfasern (auch Peddigrohr genannt) beliebt, da sie eine gute Alternative zu den herkömmlichen Materialien wie Binsen oder Schilfrohr darstellten. Heutzutage werden vor allem Gartenmöbel wie Stühle, Sofas und Tische aus Rattan produziert und haben in den Haushalten schnell Verbreitung gefunden.

Die stabilen Naturfasern sind sehr langlebig und vielseitig verwendbar. Rattan-Möbel versprühen eine gewisse Exotik bzw. einen asiatisch-südländischen Charme und werten Gartenanlagen durch ihren hochwertigen Look auf. Gartenmöbel aus Rattan sind massiv, da die Fasern – im Gegensatz etwa zu Schilfrohr oder Bambus, mit denen sie optisch häufig verwechselt werden – nicht über Hohlräume verfügen. Trotzdem haben Rattan-Möbel kein hohes Gewicht.

Die Palmen, aus denen Rattan hergestellt wird, wachsen in tropischen Wäldern, wo sie sich oft bis zu 100 Meter durchs Unterholz schlängeln. Von Einheimischen werden diese Palmen (es existieren verschiedene Arten) als Schmarotzer bezeichnet, da sie sich um andere Pflanzen wie Sträucher und Bäume legen und diese „einengen“.

Jährlich werden geschätzt rund 440 Millionen Tonnen Rattan zu Möbeln und anderen Flechtwaren verarbeitet. Der größte Exporteur von Rattan ist übrigens Indonesien, das etwa 90% des weltweiten Bedarfs liefert.

Rattan ist ein überaus biegsames und robustes Material
Gartenmöbel aus Rattan werden aus dem Rohr von Palmen gewonnen
Foto: Hans / pixabay

Wichtige Infos zu Gartenmöbeln aus Rattan

Schon seit längerem sind Gartenmöbel aus Rattan eine beliebte Alternative zu Stühlen, Tischen, Liegen etc. aus Holz, Kunststoff oder Metall, diese Werkstoffe haben also eine starke Konkurrenz bekommen. In der Tat wirken Rattan-Möbel sehr stilvoll und edel und passen besonders gut in gepflegte Gartenanlagen. Um Ihnen einen umfassenden und informativen Überblick zu verschaffen, sollen die Vor- und Nachteile dieses Materials aufgezeigt werden.

Vorteile

Der wohl größte Vorteil von Gartenmöbeln aus Rattan ist, dass diese – etwa im Vergleich zu Holz oder Edelstahl – sehr leicht sind. Trotzdem zeichnen sich diese Möbel durch eine gute Stabilität und Robustheit aus. Auch die Optik dieser Gartenmöbel spricht durch den leicht schimmernden Glanz für sich. Außerdem handelt es sich um hochwertige, massive Möbel, die aus einem natürlichen Rohstoff hergestellt werden und sehr langlebig sind. Aufgrund der Biegsamkeit des Materials ergibt sich ein hoher Sitzkomfort.

Durch den hochwertigen Look ist es darüber hinaus möglich, Rattan-Möbel sowohl im Außen- als auch im Innenbereich aufzustellen, beispielsweise als Wohnzimmermöbel. Bei Gartenmöbeln aus Holz oder Edelstahl ist dies hingegen weder üblich noch empfehlenswert.

Nachteile

Leider gibt es aber auch Nachteile bei dem natürlichen Produkt Rattan. Es ist sehr anfällig für Nässe. Werden die Gartenmöbel über längere Zeit Regen und Schnee ausgesetzt, können sie verrotten und sind dann nicht mehr zu gebrauchen. Um dies zu vermeiden, müssen die Rattan-Möbel unbedingt vor Feuchtigkeit geschützt werden, indem sie an einem trockenen Standort stehen und über Nacht am besten mit einem Überzug (Schutzhülle aus Kunststoff o.ä.) abgedeckt werden, damit keine Niederschläge auf sie einwirken können. Im Winter sollten die Gartenmöbel aus Rattan auf jeden Fall an einem trockenen Ort (z.B. Gartenhütte oder Keller) aufbewahrt werden, damit sie nicht den Witterungseinflüssen ausgesetzt sind.

Gartenmöbel eignen sich durch ihre Eleganz gut zur Aufwertung romantischer Gartenecken
Rattan-Möbel passen hervorragend zu japanischen Gärten
Foto: ADD /pixabay

Die richtige Pflege von Gartenmöbeln aus Rattan

Damit Sie lange Freude an Ihren Rattan-Möbeln haben, ist die richtige Pflege von Nöten. Um zu vermeiden, dass die Gartenmöbel mit der Zeit trocken, spröde und rissig werden, sollten sie in gewissen Abständen leicht mit etwas Wasser befeuchtet werden. So bleiben die Biegsamkeit und der natürliche Glanz des Materials erhalten. Auch sollten die Möbel regelmäßig mit einem Staubsauger (am besten mit Bürstenaufsatz) abgesaugt werden.

Wenn Sie Gartenmöbel aus Rattan kaufen, so ist zwar die Oberfläche behandelt, trotzdem wird empfohlen, die Möbel regelmäßig mit einem speziellen Wachs zu behandeln, damit die Struktur und die typischen Materialeigenschaften langfristig erhalten bleiben. Dieses Wachs ist in Baumärkten oder in Gartencentern erhältlich. Alternativ können aber genauso ein eigens entwickeltes Rattanpflegeöl oder ein Rattanlack benutzt werden, welche ebenfalls in den Baufachmärkten erworben werden können.

Rund 440 Millionen Tonnen Rattan werden jährlich weltweit verarbeitet
Aus Rattan werden in erster Linie Gartenmöbel und Flechtwaren wie Körbe hergestellt
Foto: Hans /pixabay

Andere schwören auf Lederpflegemittel (meist handelt es sich um öl- bzw. wachsartige Substanzen), mit dem die Rattanmöbel eingerieben werden. Dadurch bleibt das Material geschmeidig; die Prozedur sollte aber nicht zu oft erfolgen, da sonst zu viel Feuchtigkeit in die Struktur gelangen kann.

Wie bereits erwähnt ist ein trockener Standort überaus wichtig, da Rattan ein nässeempfindlicher Werkstoff ist. Daher ist darauf zu achten, sie nicht Regen auszusetzen und im Winter trocken einzulagern, etwa in einem Hobbyraum im Keller.

Abgrenzung zu Möbeln aus Polyrattan

Gartenmöbel aus Rattan sind nicht zu verwechseln mit Polyrattan-Möbeln. Zwar erinnern sie optisch an Rattan, bestehen aber wie der Name bereits vermuten lässt aus Kunststoff. Da es sich um ein synthetisches Material handelt, sind sie deutlich pflegeleichter als Möbel aus echtem Rattan. Sie müssen nicht mit Öl, Wachs o.ä. behandelt werden und sind weitgehend wetterfest. Durch eine spezielle Beschichtung trotzen Sie dem Regen und können theoretisch auch im Winter draußen stehen, sollten aber abgedeckt werden. Allerdings sind nicht alle Polyrattan-Möbel hochwertig: Wird billiger Kunststoff verwendet, kann dieser schnell rissig werden und abblättern.

Passen Möbel aus Rattan in meinen Garten?

Im Idealfall komplettieren Gartenmöbel den Garten und die Terrasse optisch und tragen zu einem harmonischen Bild bei. Rattan-Möbel strahlen durch ihr Design und den natürlichen, schimmernden Glanz eine Eleganz aus. Es handelt sich um hochwertige Massivmöbel, die sich hervorragend beispielsweise in einem Garten mit asiatischem Konzept machen. Sehr gut passen sie auch auf Terrassen, die von Gräsern oder Stauden wie Bambus umgeben sind.

Wichtig ist zudem, dass die Proportionen stimmen. Je größer die Terrasse, umso wuchtiger dürfen die Rattan-Möbel sein, bei kleineren Terrassen empfehlen sich hingegen zierlichere Varianten. Wenn Sie ein Liebhaber von warmen, natürlichen Materialien sind und einmal eine Alternative zu den gängigen Gartenmöbeln aus Holz ausprobieren möchten, sind Rattan-Möbel ebenfalls eine empfehlenswerte Wahl. Sehr gut geeignet sind sie für romantische Ecken im Garten, etwa unter einer Laube. Weniger passend sind Gartenmöbel aus Rattan hingegen in englischen Gärten, da sie nicht gut mit dem verwilderten Look harmonieren.